Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil nach außen entweicht. Je niedriger der Wert, desto besser dämmt das Fenster. Beim Fenstertausch im bestehenden Haus verlangt das Gebäudeenergiegesetz für Fenster einen Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K), die staatliche Förderung setzt mit 0,95 W/(m²K) deutlich strenger an. Wer heute neue Fenster plant, orientiert sich sinnvollerweise am Förderwert.
Was der U-Wert bedeutet
Der U-Wert heißt in der Fachsprache Wärmedurchgangskoeffizient. Er beschreibt, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter eines Bauteils fließt, wenn zwischen innen und außen ein Temperaturunterschied von einem Kelvin besteht, also einem Grad. Die Einheit lautet W/(m²K), gesprochen Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Ein Fenster mit 1,3 W/(m²K) lässt bei gleichem Temperaturunterschied spürbar mehr Wärme durch als eines mit 0,95 W/(m²K). Die Regel ist einfach: je niedriger, desto besser.
Uw, Ug und Uf: drei Werte, ein Fenster
- Ug (g wie glazing) ist der U-Wert der Verglasung allein. Er sagt nichts über den Rahmen aus.
- Uf (f wie frame) ist der U-Wert des Rahmens. Er hängt von Material, Bautiefe und Kammerzahl ab.
- Uw (w wie window) ist der U-Wert des gesamten Fensters aus Rahmen, Glas und Glasrandverbund. Nur dieser Wert zählt für das Gesetz und für die Förderung.
Hersteller ermitteln den Uw-Wert nach der Produktnorm DIN EN 14351-1 für ein Normfenster von 1,23 m x 1,48 m. Ein kleines Fenster hat anteilig mehr Rahmen und damit einen etwas höheren Uw-Wert, ein großes Element einen etwas niedrigeren. Wer nur mit einem Ug-Wert wirbt, nennt nur das Glas. Fragen Sie immer nach dem Uw-Wert des kompletten Fensters.
Zweifach oder dreifach verglast?
Bei einer Zweifachverglasung liegen zwei Scheiben mit einem Zwischenraum übereinander, bei einer Dreifachverglasung drei Scheiben mit zwei Zwischenräumen. Die Zwischenräume sind mit Edelgas gefüllt, die Scheiben tragen eine hauchdünne Beschichtung, die Wärme in den Raum zurückspiegelt. Jede zusätzliche Scheibe senkt den Ug-Wert. Dreifachverglasung ist bei Neubauten und energetischen Sanierungen deshalb der Regelfall. Sie ist schwerer und braucht stabilere Beschläge, bringt dafür wärmere Scheibenoberflächen auf der Raumseite. Für den Förderwert von 0,95 W/(m²K) kommen in der Praxis Dreifachverglasungen in Frage. Ob ein konkretes Fenster den Wert einhält, steht in den technischen Daten des Herstellers.
Warme Kante: der Rand macht den Unterschied
Zwischen den Scheiben sitzt am Rand ein Abstandhalter. Früher bestand er aus Aluminium, das Wärme gut leitet. Am Glasrand entstand so eine Wärmebrücke, an der die Scheibe innen kalt wurde und beschlug. Eine warme Kante ist ein Abstandhalter aus Kunststoff oder Edelstahl mit deutlich geringerer Wärmeleitung. Sie verbessert den Uw-Wert des gesamten Fensters und hält den Glasrand trockener.
Was das GEG beim Fenstertausch verlangt
Das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, trägt nach der jüngsten Novelle den Namen Gebäudemodernisierungsgesetz. Für Hausbesitzer ändert das wenig: Die Höchstwerte für Fenster stehen weiterhin in Anlage 7, und sie gelten, sobald Sie Fenster in beheizten Räumen eines bestehenden Hauses ersetzen oder neu einbauen. Für Wohngebäude gilt:
- Außenfenster und Fenstertüren, Ersatz oder Neueinbau: Uw höchstens 1,3 W/(m²K)
- Dachflächenfenster: Uw höchstens 1,4 W/(m²K)
- Fenstertüren mit Schiebe-, Hebe-, Falt- oder Klappmechanismus, also etwa Hebe-Schiebe-Terrassentüren: Uw höchstens 1,6 W/(m²K)
- Nur die Verglasung wird getauscht, der Rahmen bleibt: Ug höchstens 1,1 W/(m²K)
- Neue Außentüren: U höchstens 1,8 W/(m²K)
Eine Ausnahme gibt es: Betrifft die Änderung nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fensterfläche des Hauses, greifen die Höchstwerte nicht. Wer ein einzelnes Fenster tauscht, ist also formal frei.
Welcher U-Wert für die Förderung zählt
Strenger als das Gesetz ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM), die das BAFA abwickelt. Ihre technischen Mindestanforderungen für Wohngebäude lauten:
- Fenster, Balkon- und Terrassentüren: Uw höchstens 0,95 W/(m²K)
- Barrierearme oder einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren: Uw höchstens 1,1 W/(m²K)
- Dachflächenfenster: Uw höchstens 1,0 W/(m²K)
- Hauseingangstüren: U höchstens 1,3 W/(m²K)
- Fenster an Baudenkmalen: Uw höchstens 1,4 W/(m²K)
Der Zuschuss für Maßnahmen an der Gebäudehülle beträgt 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Der Antrag muss vor dem Vorhabenbeginn gestellt werden, und bei der Antragstellung muss ein Energieeffizienz-Experte eingebunden sein. Einbruchhemmend im Sinne der Förderung heißt Widerstandsklasse RC2 nach DIN EN 1627 oder besser: Das geprüfte Fenster hält einem Einbruchversuch mit einfachem Werkzeug eine festgelegte Zeit stand.
Alternativ zum Zuschuss gibt es den Steuerbonus nach § 35c EStG für selbst genutzte Wohngebäude, die älter als zehn Jahre sind. Er senkt die Einkommensteuer über drei Jahre verteilt um insgesamt bis zu 20 Prozent der Aufwendungen. Voraussetzung ist eine Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens nach amtlichem Muster. Die technische Anforderung ist dieselbe: Uw höchstens 0,95 W/(m²K), Ausführung luftdicht und wärmebrückenminimiert.
Was unsere Drutex-Fenster leisten
Wir verarbeiten Fenster des Herstellers Drutex. Die genauen Uw-Werte hängen von Profil, Verglasung und Größe ab und stehen in den technischen Datenblättern auf jeder Produktseite und in unseren Drutex-Katalogen als PDF. Die Systeme im Überblick:
- IGLO Energy und IGLO Energy Classic: Kunststoffsystem mit Zentraldichtung aus geschäumtem EPDM und dreifacher Dichtung, laut Hersteller für energiesparende Häuser und Häuser in Passivbauweise ausgelegt. Zwei Einbruchsicherungszapfen im Standard, Beschichtungsfolien in 43 Farben. Details auf der Seite IGLO Energy Fenster.
- IGLO 5 und IGLO 5 Classic: Kunststoffsystem mit EPDM-Dichtungen und günstigen Wärmedurchgangsparametern, ebenfalls mit zwei Einbruchsicherungszapfen im Standard.
- DUOLINE: Holz-Aluminium-Fenster mit Holzprofilen in 68, 78 oder 88 mm Bautiefe, nach Herstellerangabe für energiesparendes und passives Bauen geeignet.
- MB-86SI: Aluminiumsystem mit 3-Kammer-Profilen, breitem thermischen Abstandhalter und Wärme-Zwischenlagen.
Montage: der U-Wert endet nicht am Rahmen
Ein Fenster mit 0,95 W/(m²K) nützt wenig, wenn die Fuge zur Wand Luft zieht. Förderung und Steuerbonus verlangen deshalb ausdrücklich eine luftdichte und wärmebrückenreduzierte Ausführung: Die Einbaufuge wird gedämmt, innen luftdicht und außen schlagregendicht abgeschlossen. Genau das ist das Prinzip der RAL-Montage: innen dichter als außen, dazwischen Dämmung. Unsere zertifizierten Monteure bauen nach diesem Prinzip ein. Mehr zu Aufmaß, Lieferung und Einbau lesen Sie unter Service und Montage.
Häufige Fragen
Welcher U-Wert ist bei Fenstern gut?
Gesetzlich reicht beim Fenstertausch im Bestand ein Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K). Gut im heutigen Sinn ist ein Fenster, das den Förderwert von 0,95 W/(m²K) einhält oder unterschreitet. Achten Sie darauf, dass der Wert als Uw für das ganze Fenster angegeben ist.
Was ist der Unterschied zwischen Uw und Ug?
Ug beschreibt nur die Verglasung, Uw das komplette Fenster aus Rahmen, Glas und Glasrandverbund. Der Rahmen dämmt meist schlechter als das Glas, deshalb liegt der Uw-Wert in der Regel über dem Ug-Wert. Für Gesetz und Förderung zählt ausschließlich der Uw-Wert.
Reicht eine Zweifachverglasung noch aus?
Ob ein Fenster die Vorgaben erfüllt, entscheidet der Uw-Wert des gesamten Fensters, nicht die Zahl der Scheiben. Für den Förderwert von 0,95 W/(m²K) kommen in der Praxis Dreifachverglasungen in Frage. Mit Dreifachverglasung sind die Scheiben innen zudem wärmer, was Zugerscheinungen und Kondenswasser verringert.
Welchen U-Wert brauchen neue Fenster für die Förderung?
Für den BAFA-Zuschuss und den Steuerbonus nach § 35c EStG gilt bei Wohngebäuden ein Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K). Für einbruchhemmende oder barrierearme Fenster sind 1,1 W/(m²K) zulässig, für Dachflächenfenster 1,0 W/(m²K). Beim Zuschuss muss der Antrag vor Beginn der Arbeiten gestellt und ein Energieeffizienz-Experte eingebunden werden.
Sie möchten die Werte an echten Fenstern vergleichen? In unserem Showroom in der Sievekingsallee 105 in Hamburg zeigen wir Ihnen die Drutex-Systeme im Schnitt, montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Oder Sie fordern direkt ein kostenloses und unverbindliches Angebot an. Einen Überblick über alle Systeme finden Sie auf unserer Seite Fenster von Drutex.